Heute möchte ich dem Untertitel dieses Blogs gerecht werden und the latest news vom Ostkreuz präsentieren. Wenn man den Bahnhof Richtung Sonntagstraße verlässt, findet man gleich zur Linken einen kleinen Park, nett angelegt, mit verschiedenen Spielmöglichkeiten, Basketball- und Fußballplatz, Tischtennisplatten und viel Grün. Im Sommer kann man dort nett abhängen. Wenn man keine Hunde mag, lieber so vor 14 Uhr, dann schlafen die Besitzer nämlich noch.
Auf jeden Fall: Dieser Platz heißt für die meisten Friedrichshainer "Lenbachplatz", liegt er doch direkt an der Lenbachstraße, benannt nach dem Münchner Maler Franz von Lenbach (1836-1904). Offiziell dagegen trug er noch keinen Namen. Das sollte sich nun ändern.
Naheliegend wäre gewesen, den allgemein bekannten Namen nun auch öffentlich-rechtlich festzuschreiben. Naheliegend wäre jedoch zu einfach, und so kam es auch anders.
Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg hat sich eine Richtlinie für Neu- und Umbenennungen von Straßen gesetzt. Demnach sollen bevorzugt Frauennamen vergeben werden, weil in Bezug auf Straßennamen doch ein starkes Ungleichgewicht herrsche - zu Gunsten der Männer. Der Ehrlichkeit muss man sagen, dass eine weitere wichtige Komponente der Ortsbezug ist, der zumindest bei Herrn Lenbach auch nicht gegeben ist.
Also wurde der Platz nun nach einer Frau mit Ortsbezug benannt, einer Ost-Berliner Malerin, die sich in der DDR für eine ungehinderte Ausreise mit Wiederkehr einsetzte und dafür stark drangsaliert wurde. Ich präsentiere: Der Annemirl-Bauer-Platz. Ob ich mir das jemals merken werde? Ade du schöner Lenbachplatz.
Bleibt mir bei dem ganzen Gender-Quatsch noch eine entscheidende Frage: Neben der Sonntagstraße, Wühlischstraße, Lenbachstraße und Simplonstraße: Warum heißt der Platz denn nicht nur "Bauer-Platz". Man muss also mit der Namensgebung jetzt noch einmal explizit darauf hinweisen, dass der Platz nicht nach einem Mann benannt wurde. Die BVV-Fraktion hat mit ihren Bezirksverordnetinnen und -verordneten auf Antrag der SPD mit Mehrheit der Grünen und Grüninnen die Umbenennung beschlossen. Da bleibt mr nur eins zu sagen: Ortsbezug bei Straßenbenennungen: Ja. Gendern: Nein!
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