Diesen Montag ging meine Erwerbslosigkeit zu Ende. Seit dieser Woche arbeite ich nun für die deutsche Niederlassung eines spanischen Immobilien-Unternehmens als Real Estate Accountant, also als ganz banaler Buchhalter. Banal? Nicht für mich. Es erwartete mich ein kleines, junges, sehr nettes Team im Prenzlauer Berg, ein eigener Schreibtisch mit einem eigenen Verantwortungsbereich, hohem Anteil an Selbstorganisation und ganz viel offenen Baustellen. Ich fühle mich, als sei ich angekommen.
Die Jobsuche hat insgesamt ziemlich genau einen Monat in Anspruch genommen. Was kann ich berichten? Einiges. Ich war arbeitslos und hatte doch nie Zeit. Ich blicke zurück auf
- zwanzig, jedes Mal komplett neugefasste Bewerbungen, die niemals ein "hiermit bewerbe ich mich..." enthielten (danke für die Vorlage, liebe J.)
- auf Gespräche mit bekannten Personalvermittlungen, die unprofessioneller nicht ablaufen konnten (und dabei rede ich nicht von mir)
- auf Gespräche mit professionell arbeitenden Personalvermittlern, einer verdanke ich meine neue Stelle
- interessante Tipps von Freunden und Bekannten (danke T., F., und T.)
- nette und nicht so nette Absageschreiben, die immer noch besser sind also gar keine, was auch vor kam
- dubiose Job-Angebote von Finanzberatern und Immobilienmaklern
- sehr service-orientierte Mitarbeiter im Arbeitsamt und professionelles Fallmanagement
- überteuerte Bewerber-Websites, die NULL interessante und passende Angebote enthielten
- unerwartete Treffen mit Bekannten (hallo H.) im Arbeitsamt - einem Ort, wo man eher ungern auf Bekannte stößt
- endlich erledigte Arzttermine
- einen ständig kranken Oskar, der wie bestellt an meinem ersten Arbeitstag wieder richtig gesund war (danke dafür!)
Da Benjamin zeitgleich auf der Suche war, lieferten wir uns Battles in den Kategorien "Bestes Bewerbungsschreiben", "Schnellste Einladung zum Gespräch" (Gewinner: 5 min.) sowie"Größte Anzahl an Gesprächen". In allen dreien gewann ich. Einzig in der Königsdisziplin konnte Benjamin punkten, dies wiegt seine anderen Niederlagen vollständig auf. Der Preis für den "Schnellsten Erfolg" geht eindeutig an ihn. Damit kann ich leben.
Worüber ich insgesamt besonders froh bin, ist jedoch die Tatsache, dass mir in dem ganzen Monat nicht ein einziges Mal der Gedanke kam, dass ich die falsche Entscheidung getroffen habe.
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