Vor genau einem Jahr nachts um Drei wachte ich mit Herzschmerzen auf. Ich weckte Benjamin auf und dieser meinte, ich übertreibe und solle doch weiter schlafen. Gottseidank blieb ich beharrlich, wir fuhren doch noch ins Krankenhaus, ich lief von Arzt zu Arzt um dann nachmittags die Diagnose zu erhalten, dass das Kind ganz schnell raus müsse. Dem Kleinen gings super, nur mir nicht. Mit 47 cm und 2.350 g erblickte der Gute in meiner zumindest mentalen Abwesenheit das Licht der Welt.

Heute, 365 Tage und 6 Kleidergrößen später, ist aus dem kleinen Würmchen ein knapp 78 cm großer Fratz mit ca. 9 kg geworden. Dafür bedarf es so viel Entwicklung, dass die Zeit einfach nicht zu schnell vergangen sein kann.
Was erst ganz lange nicht ging, hat der Oskar in den letzten Wochen doch erheblich aufgeholt. Alleine sitzen, krabbeln, heute aß er das erste Mal allein mit einem Löffel. Die zeitaufwendigen Besuche beim Lungenarzt und der Physiotherapie zahlen sich tatsächlich aus.
Danke, lieber Oskar, dass du mich trotz der wirklich wenigen Zeit, die wir unter der Woche miteinander verbringen, doch ganz gern zu haben scheinst und mich jeden Morgen, und wenn es 4 Uhr ist, ganz freundlich anlächelst.
Danke, lieber Benjamin, für die Bereitschaft, den doch erheblichen größeren Anteil der Betreuungsarbeit zu leisten und mir damit viel persönliche Freiheit zu lassen, einem Job nachzugehen, den ich sehr mag.
Danke, liebe Oma Gabi, liebe Oma Christiane und lieber Opa Olaf für viel gute Tipps ohne die erstickende Haltung von Über-Großeltern und dennoch die Bereitschaft, uns ab und an eine Nacht zum Ausschlafen zu gönnen.
Und aus gegebenen Anlass:
Danke, lieber Papa von Oskars Kita-Kollegen R.. Wir haben oft über dich geschmunzelt (von Belehrungen, dass platzende Luftballons die häufigste Ursache für Erstickungstod bei Kindern und deshalb von ihnen fernzuhalten sind bis zu gefährlichen Fußbodenheizungen, die "sich nachteilig auf den Kreislauf auswirken, weil die Blutgefäße in den Beinen durch die dauernde Wärme von unten zu weit gestellt werden."). Wir freuen uns auf weitere wissenschaftliche Ergebnisse.
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