Der ein oder andere musste sich mein Geheule schon anhören. Ich bin tendenziell sowieso nicht so der Sommer-Typ, alles jenseits der 28 °C ist für mich pure Quälerei. Aber was sich da täglich in meinem Büro anspielt, ist sicherlich nur von Straßenbauern, die heißen Teer auf die Fahrwege kippen, überbietbar.
Regelmäßig zeigt unserer Thermometer auf Arbeit 3 bis 4 Grad mehr an, als was sich draußen so abspielt. Direkt unterm Dach, schwarze Fensterrahmen und schwarze Jalousien machen den Arbeitsplatz zur reinsten Sauna. Nur aus formellen Gründen verzichten wir noch auf den Bikini respektive Badehose. Der Schweiß tropft auf die Tastatur, mit dem Arm klebt man am Schreibtisch fest, wenn man die Maus bewegen möchte. Der Büro-eigene Kühlschrank ackert auch ganz schön. Und von den drei Ventilatoren, die nur unwesentlich zur Verbesserung des "Arbeitsklimas" beitragen, ist einer ganz allein zur Kühlung des Servers abgestellt, damit der nicht ganz so stark den Geist aufgibt wie die ihm zuarbeitenden Mitarbeiter. Diese können sich zumindest mit dem Kistenweise angeschleppten Mineralwasser akklimatisieren. Es ist schon komisch, wenn man das Wasser literweise in sich reinschüttet und trotzdem nicht aufs Klo muss. Die tägliche Eisration is obligatorisch. Der bekannte "Fauli-"Spruch muss angewandelt werden in"Beim Arbeiten schwitzen und beim Essen zerfließen".
Dass zudem der Magnet-Club unter uns abgerissen wird und der Lärm tagsüber dem Geräuschpegel aus vergangenen Zeiten in nichts nachsteht, die rhythmischen Bewegungen der Presslufthammer bis oben zu spüren sind, setzt dem ganzen noch die Sahnehaube oben drauf.
Gut, dass wir Freitag bis Sonntag nach Franken fahren. Erholen. Entspannen. Und ein dauerberegnetes Wochenende genießen.
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